Schwierigen Rahmenbedingungen getrotzt

Bank 1 Saar mit positiver Jahresbilanz – Dividende von 6,5 Prozent vorgeschlagen

Vorstand der Bank 1 Saar, 4 Männer
Der Vorstand der Bank 1 Saar mit (von links) Uwe Arendt, Kurt Reinstädtler, Carlo Segeth (Vorstandsvorsitzender) und Gerhard Gales. Foto: Rieks

SAARBRÜCKEN Die größte Genossenschaftsbank des Saarlandes, die Bank 1 Saar, hat 2016 den schwierigen Rahmenbedingungen der anhaltenden Niedrigstzinsphase und stetig wachsender Regulatorik getrotzt und ein solides Geschäftsergebnis erzielt. Für die Bilanzsumme sowie das Kunden-Anlage- und das Kunden-Kreditvolumen konnte der Vorstandsvorsitzende der Bank 1 Saar, Carlo Segeth, Zugewinne vermelden. Ihr Eigenkapital hat die Bank 1 Saar 2016 auf 183 Millionen Euro gesteigert. Der Jahresüberschuss lag verglichen mit 2015 konstant bei 5,9 Millionen Euro. Die Zustimmung der Vertreterversammlung vorausgesetzt, werde man erneut eine Dividende von 6,5 Prozent vorschlagen, kündigte Segeth an. Diese sei im regionalen wie im nationalen Vergleich als „sehr hoch“ einzustufen.

Vor Medienvertretern führte der Vorstandschef weiter aus, im Fimenkundengeschäft habe man Kreditzuwächse zu verzeichnen – und das, obwohl gerade im Mittelstand vermehrt Investitionen aus Eigenkapital finanziert würden. Segeth führte dies u.a. darauf zurück, dass „neue Leistungsangebote insbesondere für das anspruchsvolle Firmenkundengeschäft“ ausgebaut würden. Bei den Privatkunden hat der Niedrigzins das Interesse an Bau- und Konsumentenkrediten weiter befördert.

Auch für die Bank 1 Saar spielen digitale Kundenkontakte und Online-Lösungen eine immer wichtigere Rolle. Gleichwohl versicherte Carlo Segeth, das Netz aus landesweit 37, mit mindestens zwei Mitarbeitern besetzten Filialen aufrecht zu erhalten. Allein 2016 habe man 5 Millionen Euro in das Filialkonzept investiert. Zum Jahresende 2016 waren 653 Mitarbeiter bei der Bank 1 Saar beschäftigt, darunter 27 Auszubildende.

Das breite soziale Engagement der Bank 1 Saar soll auch weiterhin seine Fortsetzung finden. Die Ziele für 2017 definierte Segeth sowohl bei den Kundeneinlagen wie den Kundenforderungen mit plus 1,0 Prozent. Es werde der gleiche Jahresüberschuss wie 2016 angestrebt. Den Kunden versicherte der Vorstandsvorsitzende, dass Strafzinsen kein Thema seien.

Fusionen steht die Bank 1 Saar, in ihrem heutigen Zuschnitt selbst das Produkt mehrerer Zusammenschlüsse, positiv gegenüber. Acht selbstständige Volksbanken gebe es derzeit  noch im Saarland, doch für die kleineren unter ihnen werde es immer schwieriger. „Wir würden gerne...“, formulierte Carlo Segeth, der aber ausschloss, dass die Bank 1 Saar hier in die Offensive geht. Er verwies auf das Beispiel der Volksbank Neunkirchen, die zwar mit der Bank 1 Saar verschmolzen, deren Identität aber bis heute erhalten geblieben sei. tt  

Quelle: Wochenspiegel vom 22. Februar 2017